Eine Kooperation der Slowflowerbewegung mit Urnfold

Gewachsene Schönheit

Es sind die Blumen, die unsere Lebenswege begleiten, uns zart an den Rhythmus und die natürlichen Kreisläufe erinnern, die uns Trost spenden, wenn Worte versiegen.

Die wuchshafte Natürlichkeit der bewegten Stile, die witterungsbedingten Verfärbungen und die stetige gegenwärtige Vergänglichkeit sind kraftvolles Ausdrucksmittel um in Momenten der Trauer Abschiede, aber vor allem uns, mit ihrer Schönheit begleiten. Das Leben spiegelnd.

Mit der Natur zu arbeiten, bedeutet auch, den Abschied zu schätzen.

Ideenfunken

Letzten Februar, als Themen rund um natürliche Trauerfloristik und zeitgenössische Bestattungskultur immer mehr innerhalb der Bewegung in den Vordergrund rückten, schlossen wir uns gemeinsam mit Katharina Scheidig und Kristina Steinhauf von Urnfold zusammen. Die Beiden entwerfen und fertigen in Regensburg ökologische, handgemachte Papierurnen. Mit ihrer Leidenschaft den letzten Moment gestalten zu wollen und unserem Wunsch zu zeigen, wie florale Gestaltungen aussehen können die saisonal, regional und naturhaft sind, entstand eine blumige Kooperation.

Elf Urnen sind es im ersten Jahr, auf die sich Mitglieder aus der Bewegung bewerben konnten mit ihren Ideen. Geschöpft aus den eigenen Geschichten und den Inspirationen, die Katharina und Kristina in den Beschreibungen der Urnen zusammentragen haben. Die Gestalter*innen arbeiten frei von Steckmasse, chemisch gebleichten Trockenblumen und gefärbten Materialien sowie (Einmal)Plastik und entwickeln neben ihrem Handwerk zukunftsfähige alternativen in der Floristik.

Das sind die Gestalter*innen des vergangenen Jahres, die mit ihren Ideen und Werken die Urnen jeden Monat inszenieren. Festgehalten wurden sie von Katharina, die jeden Monat die Menschen in ihrer Regionen besuchte und fotografierte: Anne, Lisa, Caro, Barbara, Sebastian, Annika, Marion, Christin, Heike und Tanja.

Durch die Blumen

Mit jeder Gestaltung zeigt sich auch eine ganz eigene Geschichte und Besonderheit. Zeitgemäß, und durch alternative, umsichtige Techniken aus der Slowflower Blumenbinderei entstanden die floralen Werke.

Hier sind sie, fortlaufend durch das Jahr:

FEBRUAR / Anne von "Kraut und Blüte"

Anne von @krautundbluete lässt sich von ihren Trockenblumen leiten.
So gestaltet sie mit Bedacht und besonderem Gespür für ihre Blumen, wie hier im Februar mit der Urne "Soil". Dazu steckt Anne zwei gebogene Flower-Panels (Geflochtene, gewobene Rahmen, die sie selbst für die Gestaltungen nach Bedarf herstellt) um die Urne herum in eine Baumscheibe und bestückt sie mit einzelnen Blüten und Samenständen.

"Anders als frische Blumen können Trockenblumen aus der Saisonalität ausbrechen, sodass Blumen aus unterschiedlichen Jahreszeiten miteinander kombiniert werden können." erklärt Anne und fährt fort: "Sie umfassen die Urne und verleihen Ihr eine strahlende Aura, ohne zu viel von ihrer Form zu verdecken, oder sie einzuengen." Die Panels können für den Transport wieder herausgenommen werden.

Da Trockenblumen lange ihre Schönheit und Form bleiben, können die Panels auch nach der Trauerfeier durch die Angehörigen als Erinnerung mitgenommen werden. Ist die Urne entnommen, verbleibt ein kleines Fenster im hinteren Panel und gibt Platz für ein Windlicht als Andenken und Trostspender. Die Urne wurde im Sommer nochmals im freien inszeniert um zu zeigen, wie sich die Gestaltung elegant mit ihren Trockenblumen durch die Jahreszeiten tragen kann.

Katharinas Inspirationen zur Urne

Meine Oma sagte immer „Wenn das Kind am Ende des Tages nicht aussieht wie eine Wühlmaus, hat es nicht richtig gespielt.“ Oft sind es die unscheinbaren Dinge, die im Kern alles ausmachen. Ein gutes Gespräch mit Freunden oder ein kühles Bier nach einem langen Tag.

Modell: Soil / Papierart: Biermaische

Werkstoff-Highlights

Feldrittersporn / Consolida regalis
Kugeldistel / Echinops ritro
Strohblume / Helichrysum bracteatum

Fotos: René Arnold

MÄRZ / Lisa von "Liebste Blumen"

Intuitiv lässt sich Lisa von @liebsteblumen auf ihre floralen Gestaltungen ein. Als sie sich ganz spontan für die Urne “Morgen” von @urnfold entschied war für sie klar, dass es ein Reisigkranz aus Birken werden soll — “er umspielt, umarmt und beschützt”. 

Gerade spitzen Lisas erste Narzissen erst aus der warmen Frühlingserde — die gefüllten weißen Blüten, die sie als ersten Impuls hatte, lassen noch auf sich warten und so entschied sie sich, ihre getrockneten Blüten zu inszenieren. 

“Für einen besonderen Anlass kann man natürlich von anderen schon frische Blumen beziehen, aber das ist nicht das was ich von mir zeigen wollte” — Der Kranz steht auf einer geschliffenen Eichenscheibe, die direkt vom Hof stammt. Zu der petrolfarbenen Urne entschied sich Lisa für kräftige Töne: pinker Sonnenflügel (Helipterum craspedioides) spielt mit gelben “Craspedia globosa” und den feinen Ähren des Zittergras “Briza maxima”. Strohblumen (Xeranthemum annuum) schmücken neben Strandflieder (Limonium sp.) und “Helichrysum subifolium” die Urne. 

Um die Angehörigen auch nach der Beisetzung zu begleiten, lässt sich nach der Entnahme der Urne ein Windlicht einstellen. “Ich finde die Vorstellung total tröstlich” sagt Lisa. “Den Kranz mit nach Hause zu nehmen und das Licht zu entzünden”.

Katharinas Inspirationen zu Urne

Im Grunde ist der Verlauf eines jeden Tages gleich, doch bei genauerer Betrachtung stecken in jeder Minute unendlich viele Farben, Melodien und Geschichten.

Modell: Morgen / Papierart: Recyclingkartonage

Werkstoff-Highlights

Sonnenflügel / Rhodanthe chlorocephala
Trommelschlägel / Craspedia globosa
Zittergras / Briza maxima

APRIL / Caro von "Urwüchsig"

Von den Erinnerungen taucht Caroline von @urwuechsig_caroline.wolf in die Gestaltung für die @urnfold Urne „Vehlitz“ — samtiges Grün verschmilzt mit den botanischen Impulsen und dem Gefühl, jederzeit gehen zu können, ja gar ins Ungewisse zu gleiten. Aus der Beschreibung der Urne lässt sich Caroline inspirieren.

Wie „Erinnerungsstücke“ webt sie den Lebenzyklus von Knollengewächsen in die Gestaltung. Das Leben und die Vergänglichkeit vereint. „Dann habe ich bei der Gestaltung gemerkt, dass es als eine Art Schutzhülle wirkt, für das was im Inneren liegt, aber auch, wie es wieder zu einem Ganzen wird. Zur Natur, eben.“ 

Mit Vergissmeinnicht, zarten Fritillarien, kleinen Muscari-Knollen und persönlichen Sammelstücken schmückt sie die sanft gewundene Hülle aus Reben. „Ich wollte auch etwas erschaffen, was man wieder verwenden kann“ sagt Caroline und weist auf das Reben-Gestell und den kleinen kompostierbaren Weidenkranz, der ohne Drahtungen gefertigt ist, um ihn mit auf das Grab zu legen. 

„Vielleicht dürfen die Knollen sogar mit unter die Erde, sodass sie wieder rauskommen“ — Als erblühende Erinnerungen und mit liebevollen Details kann die Gestaltung die Angehörigen im gesamten Trauerprozess begleiten findet Caroline. Genau mit diesen beiden Elementen will sie in ihrer Trauerfloristik weiterarbeiten.

Katharinas Inspirationen zur Urne

Du sagtest, das Gefühl jederzeit gehen zu können, habe dich immer am meisten beruhigt. Bevor die Sonne richtig spürbar ist, steigt man auf sein Rad und weiß beim Losfahren nicht, wo man abends ankommt. Sicher ist nur, dass jeder Tag sich aus Erinnerungen unzähliger Details zusammensetzen wird.

Modell: Vehlitz / Papierart: CO2 Neutrales Papier

Werkstoff-Highlights

Lenzrose / Helleborus niger
Traubenhyazinthen / Muscari armeniacum
Vergissmeinnicht / Myosotis sylvatica

Eine Urne
MAI / Barbara von "Wilde Wiese"

„Ich hatte wenig Zeit und Raum um zu trauern“ bemerkt Barbara von @wildewiese.ch als sie von ihren Beweggründen für die wildhafte Gestaltung und den Anfängen ihres eigenes Unternehmens spricht. Mit „Wilde Wiese“ vereint sie ihre Leidenschaft als gelernte Gärtnerin mit dem Ausdruck besonderer Momente durch ihre Blumen und ihrem Projekt „Sternkinder“ — Blumen als Seelenbalsam.

Zur Gestaltung der @urnfold Urne im Mai erzählt Barbara: 
„Ich wollte gerne die Blumen verwenden, die ich damals im Krankenhaus mit dabei hatte, vor allem die Gräser, die Skabiosen, die wilde Möhre und die Mondviolen“ — Barbara erzählt großzügig von ihrem Erlebnis als Mutter von zwei irdischen Kindern und fünf Sternenkindern. 

Vor allem der Milchstern (Ornithogallum sp.) war ihr wichtig, denn sie entdeckte ihn das erste Mal in ihrem Leben als sie die Blumen für ihre Tochter pflückte um sie mit ins Krankenhaus zu nehmen: „Er war an jeder Ecke“. 

In der großen Korbschale mit geflochtenem Gras sind einzelne Fläschchen in denen die wilde Wiese arrangiert ist: sie sind dazu gedacht, nach der Zeremonie von den Anteilnehmenden mit nach Hause zu nehmen um weiter Teil der Verabschiedung zu bleiben. 

Katharinas Inspiration zur Urne

Boscombe Pier liegt im Süden Englands. Für uns ein Anfang, ein Zufluchtsort. Wenn es uns zu viel wird, fahren wir ans Meer. Am Horizont verlaufen die Farben und das Meer mit seiner schieren Größe setzt einen wieder in den richtigen Maßstab zur Welt.

Modell: Boscome Pier / Papierart: CO2 Neutrales Papier

Werkstoff-Highlights

Milchstern / Ornithogallum umbellatum
Mondviole / Lunaria rediviva
Wilde Möhre / Daucus carota

JUNI / Sebastian von "Haute Jardin"

"Eigentlich denke ich immer wieder, dass es spannend wäre ausserhalb des 'klassischen Kranzes' zu gestalten und merke gleichzeitig wie Kraftvoll das Symbol der Ewigkeit wirklich ist." Diesen Satz lässt Sebastian von @hautejardin für sich wirken. Als Künstler vereint er die Lebendigkeit der Natur mit den Texturen und Formen der Wildnis und gestaltet bewegte, detailverliebte Werke.

Für den Monat Juni gestaltet er die Urne und bemalt sie mit der Inspiration des Lichtes, das durch die Wiesen filtert und die Bäume und Säume malerisch in Szene setzt.

In einer fast schwebenden antiken Metallschale schäumen sich die Blüten, Früchte und Blätter rund um die malerische Urne zu einer lockeren Kranzform. Dunkle Farbtöne und Verläufe greifen die Textur der Schale auf, während die warmen Nuancen der Blüten mit der Malerei spielen. Die zarten Früchte und Samenstände des Junis sind spielerisch eingearbeitet. Ein Kranz aus Hasendraht sitzt, neben den fünf Kenzanen, die mit Wachs befestigt sind, in dem Gefäß.

Das Werkstück steht frei unter alten Maulbeerbäumen zwischen den hohen, tänzelnden Gräsern, die sich sachte mit dem Wind im Takt bewegen. "Trauer braucht ein Gefäss oder einen Raum " meint Sebastian: "Hier kann sie frei fliessen, gehalten von kraftvoller Natur als heilsamer Begleiter. Sie ist wie das Werkstück selbst: mal greifbar und schwer, mal freudvoll und luftig." Nach einer Pause ergänzt er: "Mal beides gleichzeitig, genau das dürfen wir uns erlauben".

Katharinas Inspirationen zur Urne

Im Grunde ist der Verlauf eines jeden Tages gleich, doch bei genauerer Betrachtung stecken in jeder Minute unendlich viele Farben, Melodien und Geschichten. Farbinspiration: Mittagssonne

Modell: Mittag / Papierart: Rcyclingkartonage

Werkstoff-Highlights

Blasenspiere / Physocarpus Opulifolius "Diabolo"
Chilenische Nelkenwurz / Geum chiloense "Feuerball"
Wald-Erdbeere / Fragaria vesca

JULI / Annika von "Garten Sieben"

„Die Gestaltung sollte natürlich gewachsen aussehen“ sagt Annika von @garten_sieben — ihre Inspiration ist ein Gedanke an den Wald und die eigenen Schattenbeeten, aus denen sie die filigranen Werkstoffe auswählt. Pflanzen die zusammen wachsen finden sich in der Umspielung der Urne wieder.

„Die Wickenranken“ ergänzt Annika „stehen für mich für den Neuanfang, für die Kraft sich, auch mit Hilfe anderer, dem Licht zuzuwenden.“ Umhüllt steht die Urne auf einem Kranz-Kenzan, der mit Hilfe von Hasendraht, als Steckhilfe dient.
Mit der alten Kiste, ermöglicht sich Annika die Installation noch größer zu gestalten und die Blätter, wie sie selbst sagt, „weiter nach unten wachsen können“.

Sich in den Schatten lehnende Akeleien, Japananemonen und Heuchera schmiegen sich zwischen die Farne und kontrastieren die goldene Urne mit dunklen Blättern.

Katharinas Inspiration zur Urne

Als meine Tante starb, blieb eine handvoll Erinnerungen. Eine spezielle Art zu lachen, eine Schlafanzughose, Kakao aus Schokoladenstücken und der Geschmack von Pflaumenwein. Mitunter erkennen wir zu spät, was wirklich Spuren in uns hinterlässt.

Modell: Umeshu / Papierart: Goldpapier

Werkstoff-Highlights

Herbstanemone / Anemone huphensis
Mehrjährige Wicke / Lathyrus latifolius
Stauden-Phlox / Phlox paniculata

AUGUST / Marion von "Naturnah Blumen"

„Auf due Strohblume bin ich besonders Stolz“ verrät Marion Banfi von Naturnah Blumen und fährt begeistert fort „weil ich sie nach drei Jahren überreden konnte in meinem Garten zu wachsen“

Abendrot — einerseits der Urnen-Name — andererseits das Wetterphänomen von dem sich Marion inspirieren lässt. Sie wollte die Blumen, Melodien, Geschichten um die Urne schweben lassen: „Nach der Betrachtung des Abendrot, entschied ich mich die Wachsplatte in ihrem Farbverläufen zu gießen“

Diese bildet die Grundlage für die Gestaltung, mit blaugeglühten Steckdrähten lässt Marion die Reagenzgläser schweben. Für die Blumenauswahl kehrt sie zur Stärke zurück, die in der Feinfühligkeit liegt — Weißes Leberkraut, Wiesenknopf, Levkojen und die Strohblumen trösten im schweren Moment des Abschieds. Marion ergänzt: „Ich arbeite gerne mit Kontrast wie hier: leicht und schwer. Wie die Strohblume, robust und zart. Man denkt an den Klang der Blätter, wenn man darüberstreicht.“ 

Katharinas Inspiration zur Urne

Im Grunde ist der Verlauf eines jeden Tages gleich, doch bei genauerer Betrachtung stecken in jeder Minute unendlich viele Farben, Melodien und Geschichten. Farbinspiration: Abendrot

Modell: Abendrot / Papierart: Recyclingkartonage

Werkstoff-Highlights

Strohblume / Helichrysum bracteatum
Levkoje / Matthiola incana
Wiesenknopf / Sanguisorba officinalis

SEPTEMBER / Christin von "Karmaboquet"

Als der Sanddornast vor der Haustür abknickte — bot sich für Christin von @karmabouquet der perfekte Werkstoff: „Ich wollte die Urne mit den aktuellen Farben des Herbstes umrahmen“.

Mit den aufgehängten Zweigen schafft Christin einen umhüllenden Kokon, zart von oben bedacht. Durch den gesteckten Kranz aus Hasel und Sanddorn, der eng an der Urne liegt, vervollständigt sich die leuchtende Urneninstallation: „Wir Menschen entstehen in einer Art Blase und gehen in einer Art Blase von der Welt“ erzählt Christin.

Katharinas Inspiration zur Urne

Denkst du auch so oft an die letzten Tage im August? Langsam gleitende Tage. Im Wald riecht es dann schon nach Herbst. Warmer Wind streicht über die Haut. Ein Gefühl von Stillstand erfüllt die wunderbar unerträgliche Langeweile.

Modell: Spätsommer / Papierart: Papier mit Strohpartikeln

Werkstoff-Highlights

Sanddorn / Hippophae rhamnoides

OKTOBER / Heike von "Frau Flörke Blumenmanufaktur"

Nach einem Rundgang auf ihrem Feld zog es Heike von “Frau Flörke Blumenmanufaktur” zu dem alten Birnbaum mit seinen moosbewachsenen, knorrigen Zweigen. Gepaart mit den löchrigen Blättern des Virburnum opulus entstand ein skulpturales Gerüst aufgebaut auf einem handgewundenen Weidenkranz.

Aus getrockneten Wicken, vielen verschiedenen Samenständen sowie Bartnelken und Ballonblumen entstand das gebundene Arrangement, das die Urne mit ihrer herbstlichen Farbe und der leicht glänzenden Oberfläche umspielt. 

“Bei der Bestattung dürfen die weißen Dahlien herausgenommen und mit in das Grab gegeben werden — zusammen mit einem der großen Blätter, auf das man eine ganz persönliche Nachricht schreiben kann.” erklärt Heike zu den hineingehängten Dahlienblüten und der Schale mit vielen Ahornblättern und einem Stift und ergänzt: “Als Abschiedsgruß sozusagen”.

Das blühende Gerüst darf nach der Verabschiedung als Gedenken auf dem Grab, mit seinen filigranen Ranken und den bemoosten Zweigen seinen Platz finden.

Katharinas Inspiration zur Urne

Meine Oma sagte immer „Wenn das Kind am Ende des Tages nicht aussieht wie eine Wühlmaus, hat es nicht richtig gespielt.“ Oft sind es die unscheinbaren Dinge, die im Kern alles ausmachen. Ein gutes Gespräch mit Freunden oder ein kühles Bier nach einem langen Tag.

Modell: Soil / Papierart: Biermaischepapier

Werkstoff-Highlights

Hopfen / Humulus lupulus
Schneeball / Viburnum opulus
Staudenwicken / Lathyrus latifolius

NOVEMBER / Tanja Melchert

“Der Rahmen bietet die letzte Möglichkeit zu Begreifen, was man nicht mehr begreifen kann.” erklärt Tanja @tanjamelchert als sie den Urnenschmuck für den November inszeniert. Es ist die Atmosphäre der Würde die sie in dem offenen Kirchenraum der Kirche St. Katharinen berührt und sie dazu verleitet dort die Urne zu gestalten. 

In einem Metallquader sitzt die Urne, umspielt von den Werkstoffen, schmiegt sich auf dem zweiten Blick ein Kranz aus Sonnenflügel an sie. Von Innen heraus schöpfen sich florale Ebenen aus getrockneten Buchsbaumzweigen, Silberblatt und Königsfarn. “Die Gestaltung lädt zum Dialog ein — zum Ergründen des fast Unbegreiflichen.” fährt Tanja fort. Transformation und das Auflösen des eigenen Raumes werden durch die vielschichtigen Räume in der Gestaltung thematisiert und gibt den Trauernden ihren eigenen Raum für ihr Erleben.

Eine Feder symbolisiert den Übergang — mit der Erlaubnis zu gehen. Geerdet und Gehimmelt.

Katharinas Inspiration zur Urne

Im Grunde ist der Verlauf eines jeden Tages gleich, doch bei genauerer Betrachtung stecken in jeder Minute unendlich viele Farben, Melodien und Geschichten. Farbinspiration: Nachthimmel

Modell: Nacht / Papierart: Recyclingkartonage

Werkstoff-Highlights

Adlerfarn / Pteridium aquilinum
Buchsbaum / Buxus sempervirens
Silberblatt / Lunaria annua

DEZEMBER / Sebastian von "Haute Jardin"

“Wie gewachsen — bewegt, naturhaft sollte die Stele sein, wie verwoben aus den Tiefen des Winters, zwischen den Zeiten, zwischen den Welten.” flüstert Sebastian von Haute Jardin.

Trost — geschaffen aus der Wildnis — dem immergrünen Meer aus Texturen, den Aspekten des Dezembers und verspielt berührt von güldenem Adlerfarn und den glasigen Beeren der Misteln — die Welt sich spiegelnd in der satten samtroten Urne. 

“Erstheit” sagt Sebastian “ist der Name der  Urne und der Impuls, eine Gestaltung zu schaffen die genau das Symbol dieser spürbaren Erstheit schöpft” — wie selbst gewachsen, mit eigenem Charakter trägt die Stele gezielt mit ihrer Wildheit durch den Abschied. Zeitlos und Anmutend schafft sie Halt. Sie war und wird sein. Trotz des Vergänglichen, gewachsen im Sein.

Katharinas Inspiration zur Urne

Rot ist die Welt, bevor wir unsere Augen öffnen und nachdem wir diese schließen. Rot ist meine Lieblingsfarbe, ich glaube, ich besitze jede Art von Kleidungsstück in dieser Farbe. Wenn ich wollte, könnte ich mich von Kopf bis Fuß rot anziehen.

Modell: Erstheit / Papierart: Hochwertiges Samtpapier

Werkstoff-Highlights

Adlerfarn / Pteridium aquilinum
Hemlocktanne / Tsuga canadensis
Mistel / Viscum album

EIN AUSBLICK

Auch dieses Jahr wird es wieder eine monatliche Gestaltung von Mitgliedern aus der Bewegung geben, die jeden letzten Freitag auf unserem Instagram Kanal @slowflowerbewegung zu finden sind.

Mit jeder neuen Saison gibt es neue Impulse für die Begleitung von Abschieden. Für stimmungsvolle Trauerzeremonien aber auch einer stillen Fürsorge. Der Trost, der in der Natur liegt und uns berührt, beseelt und in Momenten zur Seite steht.

Wir freuen uns bald mehr zu zeigen.

Mehr zu Urnfold und den beiden Regensburgerinnen findest du hier.
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